ZUR SAISON 2011/2012
THÜRMER-Konzerte im Kunstmuseum Bochum
V or siebenundzwanzig Jahren, im ersten Sommer des Neubaus an der Kortumstraße, fanden sich Museum Bochum und FERD. THÜRMER zu einer Zusammenarbeit, die bis heute Früchte trägt. Damals noch in Herne ansässig, feierte die Pianofortefabrik FERD. THÜRMER ihr 150-jähriges Bestehen und begründete aus diesem Anlass in Bochum den „Klaviersommer“ im Museumsforum.
Der Pianofortebautradition des Hauses entsprechend, widmete Jan Thürmer das von Anfang an erfolgreiche Festival dem Klavier und damit dem wohl bedeutendsten Instrument der neueren Musikgeschichte. Zur Aufführung gelangten in den an kulturellen Veranstaltungen ärmeren Sommermonaten die große Sololiteratur sowie diejenige Kammermusik, die dem Klavier einen angemessenen Part einräumte. Thürmers Idee eines Festivals rund um das Klavier bereitete im Museum Bochum den Neubau der Pianofortefabrik vor, der am 17. Juni 1988 konzertant eröffnet wurde. Die Bochumer Symphoniker musizierten im nach dem Gründer (E.W. Ferdinand Thürmer, 1804-1862) benannten Thürmer-Saal W. A. Mozarts Jeune-Homme-Konzert (Ltg. Gabriel Chmura / Solist Christian Zacharias). Im Folgejahr bestritt Vladimir Ashkenazy das Eröffnungskonzert und Martha Argerich den Abschlussabend. Aus dem „Klaviersommer“ wurde das „Klavier-Festival Ruhr“.Thürmer trug mit der Findung des neuen Namens der Ausweitung seiner Idee auf die Region Rechnung. Bis heute verblieb dem Thürmer-Saal aus ästhetischen, insbesondere akustischen Gründen die Führungsrolle
in der Kammermusik im Ruhrgebiet.
Wenn die FERD. THÜRMER im Jahre ihres 175- jährigen Jubiläums erneut die Gastfreundschaft des Museums Bochum in Anspruch nimmt und die vorliegende Konzertreihe gemeinsam veranstaltet, so geschieht dies, um „Neues zu schaffen“. Das Thürmersche Gebäude an der Friederikastraße steht seit Jahresbeginn 2009 im Eigentum des Landes NRW und wird in Bälde die Abteilung Schauspiel der Folkwang-Hochschule beheimaten.
Die FERD. THÜRMER hingegen investiert in und für Bochum in unmittelbarer Nachbarschaft der Marienkirche und bespielt den dort entstehenden Kammermusiksaal. Das neue Thürmersche Betriebsgebäude soll neben den Werkstätten für handwerklichen Klavierbau die großzügige Verkaufsausstellung, das Klaviermuseum, Unterrichts- und Überäume zur Anmietung, Künstlerwohnmöglichkeiten sowie eine Musikbibliothek (Sammlung M. Stenger)
enthalten.
Gemeinsam mit dem Neubau der Bochumer Symphoniker bilden Kammermusiksaal und Thürmersche Pianofortefabrik ein Musikzentrum von einmaliger Qualität und Authentizität. Ein 90-jähriges über 100 Musiker starkes Orchester, eine 139-jährige, zum Kammermusiksaal gewandelte Kirche und eine 177-jährige Klaviermanufaktur ziehen zusammen und schaffen ein Kulturjuwel.


